Zwei Frauen stehen nebeneinander in einem Einkaufszentrum und betrachten lächelnd eine Ausstellung mit Text- und Bildtafeln. Eine der Frauen zeigt auf eine der Tafeln. Die Ausstellung behandelt das Thema „Care-Arbeit“ und ist mit lila Elementen gestaltet.

Wahrheiten über das Frau Sein in Tirol regen Bewusstseinsbildung an

Mit einer interaktiven Wanderausstellung hat Frauen* im Brennpunkt in den vergangenen zwölf Monaten Sensibilisierung für Geschlechtergerechtigkeit direkt in die Regionen Tirols gebracht. Mit dabei: Illustrationen von Frauen aus Tirol, die unter dem Motto „Weil’s wahr ist.“ ihre Lebensrealitäten abbilden.

Wie ist es, in Tirol eine Frau zu sein? Dieser Frage ging der Verein Frauen* im Brennpunkt bereits Ende 2022 auf den Grund, als Künstlerinnen mit Tirol-Bezug eingeladen wurden, ihre Werke zum Thema Frau Sein in Tirol für den Frauenpolitischen Adventskalender einzureichen.

In den Einreichungen wurde deutlich, welche Themen zahlreiche Frauen beschäftigten: Schönheitsdruck, unbezahlte Care-Arbeit und übermäßiger Mental Load, die Zuschreibung der Mutterrolle sowie Catcalling, Angst vor Übergriffen und Gewalttaten. Aber auch positive Botschaften hatten Platz: Das Frau Sein ist vielfältig, und Frauen können sich gegenseitig unterstützen, um ihren selbstgewählten Lebensweg gehen zu können.

Die teilweise provokanten, mit Sprüchen im Tiroler Dialekt versehenen Grafiken erregten Aufsehen und so wurde ein weiteres Projekt entwickelt, um dieses Aufsehen zu nutzen. Eine mobile Installation, bestehend aus sechs beidseitig bespannten Aufstellern, wurde entwickelt. Die Ausstellungsflächen präsentieren die Motive der Künstlerinnen und setzen sie in den jeweiligen Kontext: Wie viel Prozent der unbezahlten Arbeit machen derzeit die Frauen in Tirol? Wie groß ist der Gender Pension Gap? Wie viel mehr müssen Frauen für Kosmetika ausgeben als Männer? Die Informationen werden von QR-Codes begleitet, die die Betrachterinnen und Betrachter einladen, an interaktiven Quizzes teilzunehmen und dort eigene Erfahrungen und Meinungen zu reflektieren und mitzuteilen: Wie groß ist mein eigener Mental Load? Was finde ich an meinem Körper schön? Möchte ich Kinder bekommen oder nicht?

Die Ausstellung tourte von Februar bis Dezember 2024 durch die Bezirke Nordtirols, machte dabei Station in Stadtbüchereien, Einkaufszentren, regionale Museen, Rathäuser und Stadtteiltreffs. Die vielfältigen Kooperationen vor Ort machten die Ausstellung einem breiten Publikum zugänglich, Schulklassen besuchten die Ausstellung ebenso wie Deutschkurs-Gruppen. Für Schulklassen wurden zudem zwei Stundenbilder für Lehrpersonen zur Verfügung gestellt, um über die Themen Care-Arbeit und Schönheitsideale noch genauer im Unterricht sprechen zu können.

An jedem neuen Standort der Installation wurde zur Eröffnung zu einem Podiumsgespräch eingeladen, welches sich einem der behandelten Themen im Detail widmete. So wurde mit Frauen - und teilweise auch Männern - aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vielseitig über die relevanten Fragen diskutiert: Ist Geschlechtergerechtigkeit auch Männersache? Wie können Frauen mehr Sichtbarkeit in Medien und Arbeitswelt erlangen? Wie gelingt eine Karriere in Teilzeit? Die Gespräche sind online jederzeit nachhörbar.

Besonders große Aufmerksamkeit erhielt das Projekt „Weil’s wahr ist.“ dank medialer Berichterstattung in ORF Tirol Heute und Guten Morgen Österreich. Die angestoßenen Diskussionen, die bei so manchen Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung beobachtet werden konnten, werden sich fortsetzen: Die mobile Installation in Form von sechs Roll Ups kann ab 2025 bei Frauen im Brennpunkt ausgeliehen werden.

Alle Inhalte und Details zum Projekt:

https://www.fib.at/weilswahrist/

Bei Interesse, die Ausstellung auszuleihen, kontaktieren Sie uns unter gleichstellung@fib.at.

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